Wattpedaldynamik
Ich nutze Leistungsmesser bereits seit vielen Jahren, doch Wattpedale haben mir noch einmal eine neue Perspektive eröffnet. Sie zeigen weit mehr als nur die Gesamtleistung. Sie zeigen, wie Energie tatsächlich entsteht. Wenn die Messung direkt an den Füßen erfolgt, werden Zusammenhänge sichtbar, die zuvor selbst unter Laborbedingungen kaum zu erkennen waren.
Kraft entsteht aus Bewegung, nicht aus bloßer Gewalt.
Gerade bergauf verschwenden viele Radfahrer unnötig viel Energie. Zu oft wird der Anstieg fast ausschließlich mit den vorderen Oberschenkeln gefahren, indem die Kraft senkrecht nach unten gedrückt wird. Kurzzeitig fühlt sich das kraftvoll an, doch schon bald brennen die Oberschenkel, die Trittfrequenz sinkt und der Rhythmus geht verloren. Die Vektorgrafiken der Wattpedale zeigen sofort, wo im Kurbelzyklus die Kraft tatsächlich wirkt. Bei den meisten Fahrern verläuft der Kraftvektor nahezu senkrecht nach unten. Dabei ist effizientes Treten, insbesondere am Berg, eine weite, kreisende Bewegung.
Sobald man das in den Daten sieht, verändert sich das gesamte Fahrgefühl. Ändert sich die Kraftrichtung und werden verstärkt das Gesäß und die hintere Oberschenkelmuskulatur eingebunden, fühlt sich das Pedal plötzlich leichter an. Der Anstieg wirkt nicht mehr wie ein Kampf gegen den Berg. Die Bewegung wird flüssig und gleichmäßig, fast so, als würden sich die Kurbeln widerstandslos drehen.
Wenn Sie sich fragen, wie zuverlässig Leistungsmessung mit Pedalen bei realen Offroad-Fahrten funktioniert, finden Sie hier weitere Informationen dazu.
Muskelbelastung und Ökonomie
Die von Wattpedalen bereitgestellten Vektordiagramme zeigen sehr anschaulich, wie sich die Belastung von den vorderen Oberschenkeln stärker auf das Gesäß und die hintere Oberschenkelmuskulatur verlagern lässt. Genau darin liegt ein entscheidender Vorteil bei langen Anstiegen. Bleibt der Kraftvektor über den gesamten Pedalzyklus kontrolliert, verteilt sich die Arbeit auf mehrere Muskelgruppen. Einzelne Muskeln werden nicht überlastet. In der Praxis bedeutet das, dass 20- bis 40-minütige Anstiege mit einer deutlich höheren Durchschnittsleistung gefahren werden können, ohne dass die Muskulatur frühzeitig ermüdet.
Gleichzeitig findet eine wichtige physiologische Veränderung statt. Wird die Arbeit auf mehrere Muskeln verteilt, sinkt die lokale anaerobe Energieproduktion in einzelnen Muskeln. Zuvor konnten bestimmte Muskelgruppen, vor allem die vorderen Oberschenkel, kurzfristig sehr hohe Kräfte erzeugen. Steigt dort die anaerobe Energieproduktion zu stark an, beschleunigt sich der Abbau des Muskelglykogens erheblich. Die lokalen Energiespeicher sind rasch erschöpft. Fällt ein einzelner Muskel innerhalb der Bewegungskette aus, bricht der gesamte Pedalzyklus zusammen. Selbst dann, wenn im Körper insgesamt noch ausreichend Energie vorhanden wäre. Fehlt ein Glied in der Kette, reicht das aus, um die gesamte Kraftübertragung zu stören.
Mit verbesserter Technik und einer gleichmäßigeren Kraftentfaltung stabilisiert sich auch die lokale Laktatproduktion im Muskel. Die Muskulatur wird nicht mehr durch punktuelle Überlastung blockiert. Anstiege lassen sich kontrolliert und ökonomisch fahren, und die Muskeln halten der konstanten Belastung deutlich länger stand.
Ich selbst habe festgestellt, dass ich durch das Training mit den Favero Assioma PRO MX-2 Wattpedalen die Richtung jedes einzelnen Pedaltritts bewusster wahrnehmen und gezielt anpassen konnte. Auch die Belastungsunterschiede zwischen linkem und rechtem Bein wurden deutlich sichtbar. Dadurch lernte ich, meine Sitzposition und Trittfrequenz so zu verändern, dass sich die Last gleichmäßiger verteilte. Meine durchschnittliche Leistung am Berg stieg, während sich die subjektive Anstrengung gleichzeitig verringerte.
Wenn Sie Ihre Kletterökonomie nach derselben Logik verbessern möchten, habe ich ein achtwöchiges Programm entwickelt, das Wattdaten gezielt nutzt.
Wenn Ingenieurwissenschaften und Physiologie zusammenfinden
Genau an diesem Punkt treffen Biomechanik und Physiologie aufeinander. Wird die Muskelarbeit auf mehrere Muskelgruppen verteilt, steigt die Belastung einzelner Muskeln nicht übermäßig an, und vorzeitige Ermüdung bleibt aus. Besonders deutlich zeigt sich das bei langen alpinen Anstiegen. Schon eine geringe zusätzliche Belastung eines Muskels an der falschen Stelle kann dort den Rhythmus zerstören. Kurze Erholungsphasen sind nicht möglich.
Daten, Wahrnehmung und Technik
Die Daten der Wattpedale sind damit weit mehr als reine Zahlen. Sie vermitteln ein Gefühl dafür, wie sich effiziente Bewegung und ökonomische Muskelarbeit anfühlen. Wer lernt, Kraftvektoren zu lesen, lernt auch, den eigenen Körper differenzierter wahrzunehmen. Anstiege werden ruhiger, ökonomischer, die Muskulatur entspannt sich, und das Fahren fühlt sich weniger anstrengend, fast leicht an.
Die Favero Assioma PRO MX-2 Pedale waren für mich ein entscheidendes Werkzeug in diesem Entwicklungsprozess. Sie haben mir geholfen, Anstiege kontrollierter, schneller und mit weniger Kraftaufwand zu bewältigen. Jede Kurbelumdrehung erzeugt mehr Vortrieb bei geringerer Anstrengung.
Haben die Favero Assioma PRO MX-2 Pedale meinen Sieg bei der finnischen XCM-Meisterschaft in Tahko beeinflusst? Lesen Sie hier mehr dazu.
Autor: Toni Tähti, Radsporttrainer und finnischer XCM-Meister 2024
Weiterlesen: Favero Assioma PRO MX-2, PRO RS-2 und Assioma DUO
2 Kommentare
Kyllä onnistuu. Vektorinäkymää voi katsoa ihan normaalilla lenkillä, joko Faveron sovelluksesta tai suoraan pyörätietokoneen näytöltä.
Pystyykö vektorikuvaajia käytännössä katsomaan treenin aikana normaali lenkillä vai vaatiiko se harjoittelua trainerilla ja tietokoneen kanssa?